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Ägypten erneuert Anspruch auf Rückgabe der Nofretete

Um kaum eine Sehenswürdigkeit aus dem Alten Ägypten zur Zeit der Pharaonen gibt einen größeren Streit als um die Büste der Nofretete. Das aus Kalkstein gefertigte Abbild der Ehefrau von Pharao Echnaton und späteren Herrscherin über Ägypten befindet sich seit 1912 in deutschem Besitz und ist im Ägyptischen Museum Berlin beheimatet. Kurz nach ihrer Ausgrabung wurde die Nofretete von Ägypten nach Deutschland gebracht, allerdings soll Ägyptens damals über den tatsächlichen Wert der Nofretete-Büste, der heute auf rund 300 Millionen Euro geschätzt wird, getäuscht worden sein.

Nun soll es neue Beweise geben, die diese, von Ägypten seit Jahrzehnten vertretene Darstellung, belegen sollen. Das Außenministerium in Kairo habe ein Schreiben an die Bundesregierung aufgesetzt und werde dieses zusammen mit dem neuen Beweismaterial nach Berlin schicken, wie Altertumsminister Zahi Hawass ankündigte. Der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erteilte der wiederholten Forderung nach Rückgabe der Nofretete an Ägypten aber bereits im Vorfeld eine klare Absage und betonte, dass "die Nofretete in Berlin bleibt."

In den 1920er- und 1930er-Jahren gab es mehrfach Anzeichen für eine Rückgabe der Nofretete-Büste von Deutschland an Ägypten, wozu es aus unterschiedlichen Gründen jedoch nie kam. Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs schöpfte Ägypten kurzzeitig Hoffnung, das wertvolle Exponat durch Vermittlung der US-Besatzungsmacht zurückzubekommen. Seit einigen Jahren bemüht sich Ägypten - bisher ebenfalls vergeblich - um eine befristete Ausleihe der Nofretete für eine Ausstellung im Ägyptischen Museum Kairo.

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