Ägypten erkennt Kosovo nicht an

Republik Kosovo oder Autonome Provinz Kosovo, diese Frage sorgt nicht nur auf dem Balkan seit knapp zwei Jahren für viel politischen Wirbel, sondern auch innerhalb der Internationalen Staatengemeinschaft (UN). Der Kosovo erklärte am 17. Februar 2008 in der Hauptstadt Pristina seine Unabhängigkeit von Serbien, das die im südlichen Teil des Landes gelegene Region allerdings nach wie vor für sich beansprucht. Was hat die politische Streitfrage zwischen dem Kosovo und Serbien mit Ägypten zu tun, werden sich regelmäßige Leser dieses Blogs nun fragen – aktuell sehr viel!

Ägypten gehört nämlich zu den 129 UN-Mitgliedsstaaten, die den Kosovo nicht als unabhängigen Staat anerkennen und daher weiterhin die Bezeichnung als Autonome Provinz Kosovo in Serbien bevorzugen. An dieser schon zu einem früheren Zeitpunkt getroffenen Einschätzung hat sich in Ägypten auch 20 Monate nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovos nichts geändert, wie nun bei einem Treffen von Spitzenpolitikern aus Ägypten und Serbien deutlich wurde. Eine Delegation aus Belgrad hielt sich in den vergangenen Tagen in Kairo auf, um sich dort um die Auffrischung der guten diplomatischen Beziehungen zwischen Serbien und Ägypten zu kümmern.

In einer gemeinsamen Erklärung sprechen Serbien und Ägypten bei der Kosovo-Frage von einem gefährlichen Alleingang, der künftig, sofern der Internationale Gerichtshof in Den Haag die Unabhängigkeit bestätigt, als Präzedenzfall dienen könne, wie es hieß. Zu den Staaten, die Kosovo als unabhängig anerkennen gehören die benachbarten Balkanstaaten Albanien, Mazedonien und Montenegro sowie ein Großteil der EU (auch Österreich), mit Ausnahme von Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und der Slowakei. 

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