Suez-Kanal in Ägypten wird 140 Jahre alt

Heute vor genau 140 Jahren lud der damalige Khedive Ismail Pascha von Ägypten seine Landsleute und mehrere hochrangige Delegationen aus Europa zu einem rauschenden Fest ein, das sich über mehrere Tage erstreckte. Der Grund für die Feierlichkeiten war die Fertigstellung des Suez-Kanals am 17. November nach über zehnjähriger Bauzeit und der damit vollendete Anschluss des Roten Meeres an das Mittelmeer auf dem Wasserweg. Für die Schifffahrt zwischen Europa und Asien gehörte der weite Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika damit der Vergangenheit an, mehrere Tage konnten eingespart werden.

Der Suez-Kanal ist nach wie vor die wichtigste Wasserstraße der Welt und wird von Schiffen aus aller Welt als Abkürzung genutzt. Neben Frachtern, die die Hauptkundschaft Ägyptens am Suez-Kanal stellen, wird die Wasserstraße auch von Passagierdampfern passiert, etwa im Rahmen von Kreuzfahrten vom Mittelmeer nach Dubai im Mittleren Osten. Der Umsatz, den Ägypten mit dem Suez-Kanal erzielt wird mit rund 500 Millionen Dollar pro Jahr angegeben, was die 160 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Mittelmeer und Rotem Meer auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Land der Pharaonen macht.

Der 140. Geburtstag des Suez-Kanals in Ägypten gibt aber auch in Österreich Anlass zum Feiern. Alois Negrelli aus Österreich wurde Ende der 1830er-Jahre von Ägypten mit dem Entwurf des Suez-Kanals beauftragt, erlebte den Bau und die Einweihung seines Lebenswerks aber nicht mehr mit, da er bereits 1858 an den Folgen eines Nierenleidens starb. Stattdessen erntete der Franzose Ferdinand de Lesseps die Lorbeeren, wobei er sich unter höchst fragwürdigen Umständen der fertigen Pläne Negrellis bediente. Historiker gehen inzwischen davon aus, dass Lesseps die Pläne der Negrelli-Witwe schlicht und ergreifend gestohlen hat.

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