Österreichisches Archäologisches Institut plant Museum im Nil-Delta

Nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich betreibt in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein eigenes Archäologisches Institut. Für Archäologen gibt es weltweit wohl nur sehr wenige interessantere Plätze wie Ägypten, wo trotz fast wöchentlicher Funde der Großteil der antiken Bodenschätze noch unter dem Wüstensand vermutet wird. Nahe der Stadt Tell el Dab´a im östlichen Nil-Delta unterhält das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) bereits seit dem Jahr 1966 eine Außenstelle. Vor rund 3.500 Jahren befand sich an dieser Stelle die antike Stadt Avaris, wo einst das Volk der Hyksos sesshaft wurde.

Nachdem die Archäologen im Nil-Delta bei Tell el Dab´a in den vergangenen Monaten immer wieder kleinere Funde gemacht haben, kam es zuletzt zu einem größeren Grabungserfolg, der in Ägypten landesweit für Schlagzeilen sorgte. Dabei handelt es sich um ein antikes Siegel, das als Beweis für frühe Handelsbeziehungen zwischen den Hyksos und Babylon um 1.500 vor Christus angesehen wird.

Irene Forstner-Müller, die den Vorsitz der ÖAI-Außenstelle im Nil-Delta erst kürzlich übernommen hat und damit das Erbe des Archäologen Manfred Bietak weiterführt, möchte die Funde der vergangenen Jahre und Jahrzehnte schon bald der Öffentlichkeit zugänglich machen. Aus diesem Grund soll bei Tell el Dab´a im Nil-Delta in den nächsten Monaten ein Museum gebaut werden, das größtenteils von Ägypten finanziert wird. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der Regierung in Kairo bereits unterzeichnet, wie das ÖAI mitteilt. Die fehlende Summe für den Bau des Museums soll demnach durch Spendengelder und Sponsoren gedeckt werden.

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