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Urteile gegen ägyptische Reederei gesprochen

Etwas mehr als drei Jahre nachdem sich auf dem Roten Meer bei Safaga das bisher größte Unglück der ägyptischen Schifffahrt ereignet hat, wurden die Verantwortlichen nun von einem Gericht zur Rechenschaft gezogen. Am 3. Februar 2006 fanden über 1.000 Menschen in den Fluten des Roten Meeres den Tod, als eine überfüllte Fähre gekentert und binnen weniger Minuten gesunken war. Rund 300 Passagiere kamen damals mit knapper Not mit dem Leben davon und mussten nun teilweise als Zeugen vor Gericht über die Tragödie von Safaga berichten.

Erst im vergangenen Sommer waren die Beschuldigten in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Dabei handelte es sich um den Reeder Mamduh Ismail, dem die Fähre gehörte, dessen Sohn sowie zwei ranghohe Mitarbeiter der Reederei. Die Freisprüche aus der ersten Instanzen behielten vor dem nun angestrengten Berufungsverfahren allerdings keine Gültigkeit, so dass Ismail für sieben Jahre und die beiden Mitarbeiter der Reederei für jeweils drei Jahre ins Gefängnis müssen. Lediglich der Sohn des Reeders bleibt auch nach der aufsehenerregenden Neuauflage des Prozesses ein freier Mann.

Nur wenige Tage nach dem Fährunglück auf dem Roten Meer waren Ismail und sein Sohn in der britischen Hauptstadt London untergetaucht, um sich so der ägyptischen Justiz zu entziehen. Unter kräftiger Mithilfe der ägyptischen Regierung, so wird jedenfalls vermutet, konnte der Reeder auch einen Großteil seines Vermögens aus Ägypten mit nach Europa nehmen.

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