Muslimische Geistliche werten Position der Ehefrau auf
Auch wenn in Ägypten die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen noch nicht ganz auf dem Stand ist, den sich die internationalen Menschenrechtsorganisationen wünschen dürften, ist das Land seinen arabischen Nachbarn auf diesem Gebiet ein gutes Stück voraus. Diese Vorreiterstellung scheint Scheich Abdel Hamid el Atrasch, als Vorsitzender des Rats für religiöse Streitfragen an der El-Ashar-Universität auch geistliches Oberhaupt der Sunniten, mit einem kürzlich veröffentlichten Zeitungsinterview weiter festigen zu wollen.
Der Geistliche sprach misshandelten Ehefrauen nun in bisher nicht gekannter Deutlichkeit und in aller Öffentlichkeit das Recht zur Selbstverteidigung zu und berief sich dabei auf die Gleichheit aller Menschen vor Gott. Um eventuellen Missverständnissen unter seinen Glaubensbrüdern und –schwestern vorzubeugen, betonte El Atrasch bei dieser Gelegenheit jedoch auch, dass die häusliche Gewalt grundsätzlich kein geeignetes Mittel zur Beseitigung von Konflikten in der Ehe sei und er den Frauen damit ebenso wenig wie den Männern einen Freibrief ausstellen wolle.
Der geistliche Führer der Sunniten unterstrich mit seinen Aussagen die bereits zuvor getätigten Ausführungen von Scheich Abdel Mohsen el Abjakan und Fethulla Gülen, einem türkischen Schriftsteller. Beide nehmen bei dieser Frage eine ähnliche Position ein wie El Atrasch, stießen mit ihren Aussagen aufgrund ihres geringeren Bekanntheitsgrads jedoch auf weit weniger Resonanz in der Öffentlichkeit.
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