Verhältnis zwischen Ägypten und Iran wird nur langsam besser

Seit Beginn dieses Jahres sind die Regierungen Ägyptens und des Irans sichtlich bemüht, ihre diplomatischen Beziehungen untereinander wieder zu verbessern bzw. diese wieder aufzunehmen. Zum Bruch zwischen Kairo und Teheran war es Ende der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gekommen, als Ägypten Frieden mit seinem Nachbarn Israel schloss und ein iranischer Extremist kurz darauf Sadat, den damaligen Staatspräsidenten Ägyptens, ermordete und dafür im Iran gefeiert wurde.

Im Januar war es zu ersten Sondierungsgesprächen zwischen hochrangigen Diplomaten aus Ägypten und dem Iran gekommen. Die dabei erzielten, äußerst positiven Ergebnisse stießen bei Experten in aller Welt auf Überraschung. Vor allem der Iran schien sehr interessiert an einer Annäherung der beiden über Jahrzehnte verfeindeten Staaten zu sein. Nachdem im März im Iran von der sogenannten “Vereinigung zur Verehrung islamischer Märtyrer“ ein Film verbreitet wurde, der den später hingerichteten Sadat-Mörder Khaled Islambuli zum heldenhaften Märtyrer macht, rief dies in Ägypten nachvollziehbare Entrüstung hervor. Der bereits entstandene Flächenbrand konnte auch durch eine sofortige Distanzierung Teherans nicht wirklich gelöscht werden, auch wenn ein Regierungssprecher betonte, dass dieser Film ohne staatliche Lizenz und damit illegal produziert und veröffentlicht wurde.

Als Erkenntnis bleibt, dass sich Ägypten und Iran derzeit lediglich auf dem Wege der vorsichtigen Annährungen befinden - nicht weniger, aber auf keinen Fall auch mehr. Ägypten scheint sich über seine eigene Position gegenüber dem Iran ohnedies noch nicht ganz sicher zu sein. Man will in Kairo keinesfalls die guten Verbindungen zum Westen zugunsten einer verbesserten Diplomatie mit dem Iran opfern. Der Iran ist aufgrund seiner ablehnenden Einstellung gegenüber Israel auf dem besten Wege der internationalen Isolierung.

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