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SMS-Scheidung in Ägypten umstritten

Der technische Fortschritt des 21. Jahrhunderts treibt zuweilen etwas seltsame Blüten. In Ägypten und einigen anderen muslimisch dominierten Ländern sorgt nun eine interessante und umstrittene Auslegung der Sharia, der Grundlage der Rechtssprechung im Islam, für Aufsehen. Demnach soll die Scheidung in Ägypten künftig auch per SMS möglich sein, ein Umstand, der unter juristischen Fachleuten für kontroverse Diskussionen sorgt. Die Möglichkeit der SMS-Scheidung steht jedoch, wenn überhaupt, nur den Männern zur Verfügung, für Frauen bleibt es nach wie vor praktisch unmöglich, sich von ihrem Gatten ohne dessen Zustimmung zu trennen.

Nach traditionellem islamischem Recht, gilt eine Ehe dann als geschieden, wenn der Mann seine Frau dreimal durch eine entsprechende Aussage öffentlich verstößt. Es reicht z.B. aus, die Worte “Ich verstoße Dich“ dreimal unter Zeugen zu wiederholen. Der Oberste Gerichtshof von Ägypten mit Sitz in Kairo hat durch entsprechende Urteile bereits durchblicken lassen, dass er sich durchaus der Rechtsauslegung anschließt, wonach die Scheidung per SMS in Ägypten erlaubt sei. Eine Änderung des Gesetzes gilt daher nur noch als Formsache.

Andere muslimische Länder sehen dies allerdings etwas anders. Vor allem im Fernen Osten wird die Möglichkeit der SMS-Scheidung mit Nachdruck verneint. Auch ein hochrangiger Jurist aus Ägypten hegt massive Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Scheidung per SMS und kann in Sharia keine Grundlage für ein solches Vorgehen ausfindig machen.         

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